Info | Grundsteuerreform (ab 2025): Erlenbach

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Allgemeine Informationen

Warum wurde eine Reform der Grundsteuer notwendig?

  • Die Basis zur Berechnung der Grundsteuer sind sogenannte Einheitswerte. Diese wurden letztmalig 1964 in einer Hauptfeststellung ermittelt. Obwohl sich die Wertverhältnisse danach sehr unterschiedlich entwickelt haben, gab es bei den Einheitswerten keine Anpassung.
    Im April 2018 hat das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass das derzeit gültige System für die Bemessung der Grundsteuer verfassungswidrig sei. Gleichzeitig verpflichteten die Richter den Gesetzgeber die Grundsteuer neu zu regeln.

Wann ändert sich die Grundsteuer?

  • Vor 2025 ändert sich nichts, da das Urteil des Bundesverfassungsgerichts einen Übergangszeitraum bis Ende 2024 für die bisherigen Regelungen zur Erhebung der Grundsteuer zugelassen hat.
    Das im November 2020 vom Landtag verabschiedete Landesgrundsteuergesetz (LGrStG) bildet ab dem 1. Januar 2025 die neue rechtliche Grundlage für die Grundsteuer bei uns in Baden-Württemberg.
    Die Grundsteuerreform wirkt sich somit erstmals für das Jahr 2025 aus. Dann wird die Grundsteuer auf der Grundlage der bis dahin ermittelten Werte neu erhoben.

Was müssen die Steuerpflichtigen tun?

  • Aktuell vorerst nichts.
    Die erste Hauptfeststellung soll auf den 1. Januar 2022 erfolgen. Dafür müssen Grundstückseigentümer und Erbbauberechtigte nach Aufforderung eine Erklärung zur Feststellung ihrer Grundstückswerte abgeben.
    Derzeit ist vorgesehen, dass der Aufruf zur Abgabe im ersten Halbjahr 2022 erfolgt.

Nachdem das Thema Grundsteuerreform nun spürbar Dynamik entwickelt, und die Umsetzung Fahrt aufnimmt, haben wir entschieden, dass im Jahr 2022 wieder alle Grundstückseigentümer und Erbbauberechtigte von der Gemeinde einen Grundsteuerbescheid erhalten.
Dieser wurde auf den derzeit geltenden bundesgesetzlichen Grundlagen erlassen, und diese Regelungen gelten auch für die Berechnung der Grundsteuer in den Jahren 2023 und 2024.
Unser Bescheid enthält eine informelle Beilage mit Hinweisen zur Grundsteuerreform, insbesondere zum notwendigen Vorgehen in 2022.
Der nachstehende Inhalt steht so auch (nur noch ausführlicher) auf dieser Beilage:

> Geplante Umsetzungsschritte, rechtliche Verpflichtungen, weitere Informationen <

  • Steuererklärung
    Für die zum Stichtag 1. Januar 2022 durchzuführende Hauptfeststellung der Grundsteuerwerte sind Sie als Grundstückseigentümer/in bzw. Erbbauberechtigte/r verpflichtet, schon im Jahr 2022 eine Steuererklärung an die Finanzverwaltung des Landes/Finanzamt abzugeben; also nicht an die Gemeindeverwaltung.
    Dazu wird die Finanzverwaltung des Landes im Laufe des Frühjahrs 2022 aufrufen.

    Die Steuererklärung ist elektronisch abzugeben.
    Dies kann zum Beispiel über das Portal ELSTER der Finanzämter vorgenommen werden. Nähere Informationen zur ELSTER-Registrierung finden Sie unter www.elster.de/eportal/registrierung-auswahl. Wir empfehlen Ihnen, sich frühzeitig zu registrieren, da der Anmeldeprozess einige Zeit andauert.

Ergänzend dazu beabsichtigt die Finanzverwaltung des Landes, voraussichtlich im Frühjahr/Sommer 2022 Erläuterungen und Ausfüllhilfen zur Steuererklärung zu veröffentlichen. Erläuterungen zu der Steuererklärung werden auch auf der Internetseite www.Grundsteuer-BW.de bereitgestellt.
In der Steuererklärung müssen Sie u.a. Angaben zu dem am Stichtag 1. Januar 2022 für Ihr Grundstück maßgebenden Bodenrichtwert machen.
Diesen hat der für unsere Gemeinde zuständige Gutachterausschuss festzustellen. Die Bodenrichtwerte sollen frühestens ab Juli 2022 über www.Grundsteuer-BW.de eingesehen werden können. Sofern Ihr Bodenrichtwert noch nicht zur Verfügung steht, bitten wir Sie, das Portal zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufzurufen.

  • Bitte beachten Sie:
    Entscheidend für die Höhe der Grundsteuer ab 2025 ist, neben den bodenwertgeprägten neuen Grundsteuermessbeträgen, der Hebesatz den wir im Jahr 2025 anwenden.
    Die Gemeinde kann den Hebesatz für 2025 aber erst festsetzen, wenn uns für die auf dem Gemeindegebiet liegenden Grundstücke die neuen Messbeträge aus den Messbescheiden des Finanzamts bekannt sind.
    Diese Datenbasis wird den Gemeinden voraussichtlich erst im Jahr 2024 vollständig vorliegen.
    Vorher lässt sich daher nicht sagen, wie hoch der Hebesatz im Jahr 2025 sein wird, und demzufolge auch nicht, wie hoch die Grundsteuer 2025 für die einzelnen Grundstücke sein wird.

Nähere Informationen zur neuen Grundsteuer finden Sie neben dem o.g. Link auch auf der Internetseite des Ministeriums für Finanzen Baden-Württemberg unter www.fm.baden-wuerttemberg.de/de/haushalt-finanzen/grundsteuer/.

Grafik | Grundsteuer in BaWü (ab 2025)